Frühe Astrofotografie (Orionnebel) (1880/82) von Henry Draper (Hastings Historical Society)
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den Sternen zum Gedächtnis
Bernsteinsaat, das Beet Diamanten, Strahlenwasserfälle, die prangenden Robinien, ein Feld flackerte Kerzen, immergeile Ampeln in schwarz- und schwärz’ren Locken lichtübervoll.
So lagen Anger und Rodelhang, die Spielwiese, wo Götter Kinder spielten, Götterbälger balgten, Blagen toll, wie Kirschen kühn und eitel wie die Rosen;
derweil, ungerührt ihr Vater himmelhoch und higher, lallte wie Leiern und Mondschein aus Karaffen soff, selbstverliebt weltvergessen, Süchtiger in Räuschen.
Lieber neige ich den Blick, das Haupt zu dem Boden! Morast will ich schauen, Wurzeln, schöne Würmer.
Die engelshaarigen Bälger, Himmelskinder wurden alt; sie starben mit der Zeit, verglühten.
„Ich bins [sic] zufrieden.“
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angeregt von der Arbeit mit Gryphius' "An die Sternen". Das Zitat am Ende des Textes ist eine Anspielung auf Brechts Gedicht "Laute".
Aus dem unveröffentlichten Manuskript „Die Doppeldeutigkeit des Wortes Takt und der ganze Sternenhimmel, der in diesem liegt :Berührung“, dem ersten Teil der „Mediationen über Zuneigung“.
Ausschnitt aus einer Reklame „Mr. Bubble“ Badeschaum (um 1980)
DINOWESENKATZENHASENSPRINGPINGUINMONSTERFILM DELFINKREATUR :: das Badesalz der schäumende Schwamm wirklich dies ist mein Sprosz wie er gurgelt und gluckert und platscht und spuckt eine kleine Melodie (Lachmelodie) quasi una fantasia übern Rhythmus von patsch!it’s bath time für dich eine riesige Woge ein lustiger Tsunami und, nein, keine Ente, du bist’s quietschend zufrieden.
fast schon ein Weltmeer; dies ist kein duftender Drogerieschaum, ich bitte Sie!, das ist ein blubberndes blubbriges Seeungeheuer, ein ganz anderes Kaliber. Jawirklich, ich bin ein Dummi! du hast Recht, das hätte man sehen müssen!, das hätte man! auf den ersten Blick hätte man! ich wiederlerne das erst durch dich, excusez-moi, durch Euch, Mademoiselle und Ihr seid eine freigiebige Großmeisterin Meisterseherin entdeckerin erkunderin Weltbeste im Prusten
–übrigens Ist das Wasser noch warm? oder darf er Euch das Handtuch reichen? Frottee, Mademoiselle, darf er Euch darin einschlagen wie in eine Tortilla? wär es genehm? (und psst, Mademoiselle, darf er Euch abermals bitten, später die Zähnlein recht artig zu schrubben, dass Sie [sic] nicht ende wie der Vater schlechtbezahnt?)
… „dich empfangen hieß etwas wagen“ (BBrecht), dass man also sagt, um dieses will ich mich sorgen und es ernähren schützen, obwohl man weiß :die Welt ist düster und ich bin arm. dir werden einmal Krallen wachsen müssen. du wirst flügge werden; ab dafür! Ich will dir nur sagen :es wird dort draußen kalt sein; pack dich gut ein!
doch für den Moment habe ich dich in meine Welt gesetzt, in meinen Umkreis: das ist unsere Hütte, das ist unsre Schirm. du bist darin darunter zu Gast. Einmal muss ich dich entlassen in die Endzeit aber nicht jetzt, jetzt nicht, jetzt putzt du erst einmal deine Zähne!
…Das teilen wir, dass wir nicht zufrieden sind mit den Zuständen. Das hast du von mir geerbt, den sturen Kopf. Du wirst das alles lernen müssen, das ist Übungsache :das gegen-Wände-Rennen, Klinkenputzen &wie sich das anfüllt : wenn einem die Hutschnur das Wasser
missversteh‘ mich nicht. Ich will nicht, dass du dich gewöhnst; ich will nichts weniger, als dass du dich gewöhnst. wir dürfen uns nicht unterkriegen lassen. wir müssen ~fühlig bleiben~ und ~zum Platzen voll von Fantasie!~ wir dürfen nicht abhärten -stumpfen. bitte vgl. Dialektik der Aufklärung, Aufzeichnung und Entwürfe: Zur Genese der Dummheit!
— doch, au weia!, du kannst noch gar nicht lesen. No job, too small geschäftsunfähig
Zu jung für Kafka. Zu jung für den Schuldzusammenhang. [nachts 06./07.01]